Half-Life ist in 17 Kapitel aufgeteilt, die wiederum kleine Abschnitte beinhalten, die das Spielgeschehen ohne größere Ladepausen zusammenhängend erscheinen lassen und so die Spannung aufrechterhalten. Angegeben ist jeweils der Kapitel-Titel der englischen Originalfassung und der deutsche Titel in Klammern.
Black Mesa Inbound (Der Weg zur Arbeit): Es wird der Weg einer Bahn gezeigt, die Gordon Freeman zu seinem Arbeitsplatz in Black Mesa bringt, genauer Sector C, Testlabs and Control Facilities. Auf dieser Fahrt werden die Ausmaße des Komplexes deutlich und der Spieler bekommt einige interessante Dinge zu Gesicht: Transitsystem, Wissenschaftler und erstmals den G-Man. Dieser Abschnitt stellt gleichzeitig das Intro zum Spiel dar. Diese Verbindung von Intro und Interaktivität war damals sensationell und wurde vielfach gelobt.
Anomalous Materials (Anomale Materie): Gordon tritt – laut Wachmann verspätet – seinen Dienst an und begibt sich, nachdem er den Hazardous Environment Suit (Deutsch: “Anzug für gefährliche Umgebungen”, kurz HEV), eine universelle Schutzkleidung für gefährliche Umgebungen, angelegt hat, tiefer in das Herz des Sektors C hinein. In der riesigen Testkammer angekommen beginnt das Experiment, und Gordon schiebt eine Kristall-Probe in eine Art Energiegenerator: Das Unheil nimmt seinen Lauf. Bis zu diesem Punkt des Spiels wird kein Gegner bekämpft, die Szenen und die Interaktion mit der Umgebung dienen nur dem Vorantreiben der Handlung.
Unforeseen Consequences (Unvorhergesehene Konsequenzen): Gordon hat mit der Probe eine Resonanz-Kaskade (resonance cascade) ausgelöst; dies bedeutet, dass er mehrere Dimensionsportale zu einem fremden Planeten namens Xen geöffnet hat, aus denen Aliens überall in Black Mesa und das Umland hinein teleportiert werden, was schwere Strukturschäden im Komplex zur Folge hat. Freeman findet die verstörten Überlebenden auf und wird gebeten, an die Oberfläche zu gelangen und Hilfe zu holen.
Office Complex (Bürokomplex): Der Weg zur Oberfläche führt den unfreiwilligen Helden durch einen Bürokomplex voller Aliens, Wachleute und Wissenschaftler. Er bekommt die Information, dass ein Rettungstrupp auf dem Weg sei, von dem sich die Überlebenden Hilfe erhoffen.
We’ve got Hostiles (Feind in Sicht): US-Truppen, die Hazardous Environment Combat Unit, stürmen Black Mesa und töten alles und jeden, der ihnen in die Quere kommt. Gordon erfährt nun, dass sich die Überlebenden des Lambda-Komplexes am anderen Ende der Black Mesa befinden und es vielleicht möglich ist, die Dimensionsportale zu schließen; Gordon macht sich also auf den Weg dorthin.
Blast Pit (Explosionskrater): Auf dem Weg wird Freeman zunächst in einem Raketentestsilo von drei riesigen Tentakeln aufgehalten, die ihm dem Weg versperren und ihn per Gehör angreifen. Schließlich gelingt es ihm aber, durch das Zünden der Raketenvorrichtung die Alien-Tentakeln zu töten und durch das Loch in der Testkammer weiter in den Komplex vorzudringen.
Power Up (Energie): Gordon erreicht den Anfang eines Schienensystems und muss sich gegen ein Riesenalien (Gargantua) behaupten, das letzten Endes durch die Blitze eines Generators getötet werden kann. Gordon schaltet gleichzeitig Spannung auf die Gleise und führt die Reise auf dem unterirdischen Schienensystem des Komplexes fort.
On a Rail (Auf Schienen): Gordon wird von einem der Wachleute informiert, dass er einen Satelliten ins All schießen muss, um es den Wissenschaftlern im Lambda-Komplex zu ermöglichen, das Dimensionsportal zu schließen. Er kämpft sich durch das verminte, von Soldaten gesäumte Schienennetz, erreicht schließlich die Rakete mit dem Satelliten und startet diese.
Apprehension (Festnahme): Gordon wandert durch die alten Industrieanlagen der Black Mesa, läuft schließlich in eine Falle der Soldaten und wird festgenommen. Er wird in eine Müllpresse geworfen und seinem Schicksal überlassen. An diesem Punkt verliert der Spieler wie in vielen anderen Spielen dieses Genres alle seine Waffen und muss erneut mit einem Brecheisen beginnen.
Residue Processing (Rückstandsverarbeitung): Freeman rettet sich aus der Presse und muss sich nun durch die alte, automatische Müllentsorgungsanlage der Black Mesa kämpfen, die voll von Gefahren und toxischen Stoffen ist.
Questionable Ethics (Fragwürdige Ethik): Nun gelangt der Held in ein Versuchslabor, in dem Versuche an den Aliens aus der Parallelwelt Xen gemacht wurden. Dies deutet auf die Tatsache hin, dass Menschen schon vor der Resonanz-Kaskade auf Xen waren und die dort heimischen Kreaturen mit zur Erde brachten.
Surface Tension (Oberflächenspannung): An der Oberfläche ist ein Kampf zwischen Aliens und Soldaten entbrannt und Gordon kämpft sich durch Gebäude und Tunnel weiter zum Lambda-Komplex vor. Er zerstört eine Reihe von militärischen Geräten und klettert an Klippen entlang. Schließlich erreicht er den versiegelten Eingang des Weges zum Lambda-Komplex und hört über das Funkgerät, dass die Soldaten sich zurückziehen. Er zerbombt mit einem funkferngesteuertem Luftangriff das versiegelte Tor und marschiert weiter in Richtung Lambda-Komplex.
Forget about Freeman (Vergiss Freeman!): Das Militär verlässt Black Mesa und Luftangriffe beginnen. Gordon muss sich durch Wasserkanäle weiter vorankämpfen.
Lambda Core (Lambda Kern): Gordon aktiviert hier zunächst den Reaktor und bekommt die geheimen Teleportationseinrichtungen zu Gesicht, die das Portal nach Xen geöffnet haben. Ihm wird von den verbliebenen Wissenschaftlern erklärt, dass es ein Alien gibt, das das Dimensionstor auf der anderen Seite offen hält. Er erhält den Auftrag, sich nach Xen zu teleportieren, um dieses Alien zu besiegen und schlussendlich das Portal zu schließen.
Xen: In der fremden, organischen Welt bekommt er viele bekannte Aliens zu Gesicht und sieht – überall verstreut – tote Wissenschaftler mit HEV-Anzügen, die vor ihm Xen erkundeten. Er findet einen Teleporter und aktiviert ihn.
Gonarch’s Lair (Gonarchs Versteck): Gordon muss gegen eine Kreatur kämpfen, die möglicherweise eine ausgewachsene Form der eigentlich recht ungefährlichen Kopfkrabben darstellt. Die Szene ähnelt einem typischen Endgegnerkampf, obwohl es sich bei dem Wesen (Gonarch) noch nicht um den eigentlichen Endgegner des Spiels handelt. Der Gonarch ist ein gut vier Meter langes und drei Meter hohes spinnenähnliches Ungetüm, welches Gordon mit giftigem Schleim und Kopfkrabben attackiert.
Interloper (Eindringlinge): Freeman gelangt in eine Alienfabrik, in der cyborgartige Soldaten „hergestellt“ werden, und kämpft sich zu einem weiteren Portal durch, um es betreten zu können.
Nihilanth: Der Endgegner des Spieles. Er verfügt über eine Reihe starker Waffen, darunter ein Portalwerfer, mit dem er Gordon in Fallen teleportieren kann. Erst als der Schutz des Nihilanthen, drei gelbe Kristalle, zerstört wird, kann Gordon auf dessen Gehirn einschießen und bezwingt ihn so.
Endgame (Endspiel): Nach seinem Sieg über den Nihilanthen wird Gordon von dem mysteriösen G-Man in Empfang genommen. Dieser offenbart ihm, dass er sein Tun im Spielverlauf überwacht hat und ihm nun eine Arbeitsstelle anbietet. Der G-Man macht klar, dass Gordon die Wahl hat, zuzustimmen oder eine Schlacht zu schlagen, die er nicht gewinnen kann. Wählt der Spieler die Arbeitsstelle, indem er in ein Portal tritt, erscheint die Nachricht „Fortsetzung folgt“, und das Spiel blendet aus; bleibt er stehen, wird er – waffenlos – von einer enormen Armee Außerirdischer gestellt, und das Spiel blendet ebenfalls aus.
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